Idee

Der Münchner Komponist und Theatermacher Mathis Nitschke überträgt in MAYA den Kern dessen, was Oper ausmacht, in die Gegenwart: Rausch, Ekstase und Bewusstseinserweiterung durch Musik, Sound, Licht und digitale Kunst. MAYA verbindet Oper und Techno. Beides steht für ein kraftvolles Sich-Auflehnen: Gegen den Tod. Gegen die Einsamkeit. Für ein Leben ohne Limits. Für die Verheißung einer Welt, in der wir nach unseren kühnsten Vorstellungen leben, ohne jemals an körperliche Grenzen zu stoßen.

MAYA spielt mit Gegensätzen. Zukunft steht neben Vergangenheit. Stofflichkeit trifft auf Immaterialität. Neukompositionen begegnen Zitaten aus der gesamten Musikgeschichte. Das Streichtrio TrioCoriolis spielt live mit, gegen und in den elektronischen Klanglandschaften von Klavikon, Nitschke, Björn Eichelbaum und Rumpeln. Das Lichtdesign von Urs Schönebaum fügt sich wie eine Skulptur in den Raum.

„Erdnuss müsste man sein. Bandwurm. Oder Tellerschnecke.“ Die Altistin Martina Koppelstetter schlüpft in die Rolle der Maya. Der Autor Thomas Jonigk legt ihr die Sprache eines Menschen in den Mund, der gezwungen ist, seine Körperlichkeit neu zu entdecken, um als digitales Wesen zu überleben.

In Mathis Nitschkes Musiktheater MAYA wird die letzte Industrieruine Münchens, das ehemalige Heizkraftwerk Aubing, inszeniert als archäologische Ausgrabungsstätte. Über die Augmented Reality App von Klasien van de Zandschulp und Luciano Pinna auf dem eigenen Smartphone begibt sich der Zuschauer in die Perspektive einer in ferner Zukunft wieder entstandenen Zivilisation und staunt über den Niedergang unserer heutigen Menschheit in naher Zukunft.

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